Ich wurde neulich darauf angesprochen, inwieweit heutige (IT-) Technologie einen (unterstützenden) Beitrag zur Entscheidungsfindung einzelner bieten kann. Angeführt wurden Matchingkriterien zum Abgleich von Interessen und Fähigkeiten, Auswertung von persönlichen Entwicklungen, Berücksichtigung weiterer Faktoren wie Standort und Ausbildung.
Ich führe dieses Buch als Diskussionsbeitrag an:

Ich empfehle das Buch als einen kritischen Beitrag dazu, welche Auswirkungen, Chancen und Gefahren das Verlagern sozialer Aspekte menschlichen Lebens in die virtuelle Realität hat. Jaron Lanier ist, man sollte sich durch seine Dreadlocks nicht täuschen lassen, ein sehr erfolgreicher Wissenschaftler und Informationsarchitekt. Er hat wertvolle Beiträge zu komplexen Arbeitsgebieten geschaffen und gilt als Experte der “Virtuellen Realität”. Er steht moderner Informationsthechnologie und deren Entwicklung keinesfalls ablehnend gegenüber. Er traut sich aber auch, unangenehme Fragen zu stellen und aktuelle Entwicklungen in all ihrer Tragweite zu hinterfragen. Das Buch ist nicht einfach zu lesen, Lanier brilliert mit tiefer Kenntniss der technischen Entwicklung und einzelner, historisch entscheidender Beiträge dazu. Wie nach dem Eindruck seiner persönlichen Webseite nicht anders zu erwarten, ist er ein leidenschaftlicher Verfechter des Individualismus und fordert dessen Aufrechterhaltung gerade in standardisierten und kompatibel gestalteten digitalen Welten. Der dadurch aufgeworfene Widerspruch zur Realität heutiger sozialer Netze ist eine gut begründete Warnung und zugleich eine unglaublich kraftvoll und positiv ausgesprochene Hoffnung, dass wir es schaffen, uns eben nicht selber auf das Niveau eines “Gadgets” zu reduzieren.